Elas unfertiges Erinnern
ISBN 978-3-929931-27-3
Erschienen im Ingrid-Lessing-Verlag Dortmund
Cover: Maria Theresia von Fürstenberg www.mariatheresiavonFürstenberg.de
ISBN 978-3-929931-27-3
Erschienen im Ingrid-Lessing-Verlag Dortmund
Cover: Maria Theresia von Fürstenberg www.mariatheresiavonFürstenberg.de
Lesungen
26. Januar 2010, 19.3o - 21 Uhr, Literaturcafé am Abend;
Kath. Pfarrzentrum Hugstetten, Engelgasse 25,
79232 March-Hugstetten
24. Februar 2010, 20 Uhr, Mediathek Müllheim;
Nussbaumallee 7, 79379 Müllheim
11. März 2010, 18 Uhr, Literaturbüro Freiburg;
Galerie im Alten Wiehre-Bhf., Urachstr. 40, 79102 Freiburg
18. April 2010, 17 Uhr, Galerieprojekt; Basler Str. 37,
(zwischen mas y mas und France Gourmet),
79189 Bad Krozingen
1. Juni 2010, 19 Uhr, Haus der Kurseelsorge;
Thürachstr. 1, 79189 Bad Krozingen
8. Juni 2010, 18.30 - 20 Uhr, Salon der Querdenkerinnen
Reinoldinum; Schwanenwall 34, 44135 Dortmund
Schriftl. Anmeldung bei: frauenbuero@dortmund.de oder:
Frauenbüro der Stadt Dortmund, Friedensplatz 1, 44122 Dortmund
3. Juli 2010, Im Guggenloch; CH - 9604 Lütisburg
Tel. (+41) (0)71 - 930 00 18, eMail vporte@bluewin.ch
15. Oktober 2010, 19.30 Uhr, Literaturbüro Düsseldorf;
Bilkerstr. 5, Veranstalter: Bücherfrauen Düsseldorf/Rhein-Ruhr
13. November 2010, Heimatverein; 57250 Netphen-Brauersdorf
Hartmut Otto, Tel. 02738 - 4104, eMail pension-otto@t-online.de
16. November 2010, 20.15 Uhr, Pfarrgemeindehaus;
Alemannenstr. 18c, 79299 Wittnau
Veranstalter: Bildungszentrum Wittnau
17. November 2010, 16-18 Uhr, Café Lienhart;
Salzstr. 11, 79098 Freiburg,
Veranstalter: Ackermann-Gemeinde Freiburg
10. Dezember 2010, 20.00 Uhr, Mediathek 79211 Denzlingen;
Hauptstr. 134, 'Tandemlesung' zusammen mit der Autorin Monika Götsch
18. Februar 2011, 19.00 Uhr, Galerie Melnikow,
Theaterstr. 11, 69118 Heidelberg
11. Mai 2011, 19.3o Uhr, Traumahilfezentrum (THZM); Horremannstr.8, München, Veranstalter: C.G.Jung-Institut und -Gesellschaft München
10. Juli 2011, 19 Uhr, Altes Feuerwehrhaus, 57250 Netphen, St. Petersplatz
Veranstalter / Info: Kulturforum Netphen, Tel. 02738-603111
26. Januar 2010, 19.3o - 21 Uhr, Literaturcafé am Abend;
Kath. Pfarrzentrum Hugstetten, Engelgasse 25,
79232 March-Hugstetten
24. Februar 2010, 20 Uhr, Mediathek Müllheim;
Nussbaumallee 7, 79379 Müllheim
11. März 2010, 18 Uhr, Literaturbüro Freiburg;
Galerie im Alten Wiehre-Bhf., Urachstr. 40, 79102 Freiburg
18. April 2010, 17 Uhr, Galerieprojekt; Basler Str. 37,
(zwischen mas y mas und France Gourmet),
79189 Bad Krozingen
1. Juni 2010, 19 Uhr, Haus der Kurseelsorge;
Thürachstr. 1, 79189 Bad Krozingen
8. Juni 2010, 18.30 - 20 Uhr, Salon der Querdenkerinnen
Reinoldinum; Schwanenwall 34, 44135 Dortmund
Schriftl. Anmeldung bei: frauenbuero@dortmund.de oder:
Frauenbüro der Stadt Dortmund, Friedensplatz 1, 44122 Dortmund
3. Juli 2010, Im Guggenloch; CH - 9604 Lütisburg
Tel. (+41) (0)71 - 930 00 18, eMail vporte@bluewin.ch
15. Oktober 2010, 19.30 Uhr, Literaturbüro Düsseldorf;
Bilkerstr. 5, Veranstalter: Bücherfrauen Düsseldorf/Rhein-Ruhr
13. November 2010, Heimatverein; 57250 Netphen-Brauersdorf
Hartmut Otto, Tel. 02738 - 4104, eMail pension-otto@t-online.de
16. November 2010, 20.15 Uhr, Pfarrgemeindehaus;
Alemannenstr. 18c, 79299 Wittnau
Veranstalter: Bildungszentrum Wittnau
17. November 2010, 16-18 Uhr, Café Lienhart;
Salzstr. 11, 79098 Freiburg,
Veranstalter: Ackermann-Gemeinde Freiburg
10. Dezember 2010, 20.00 Uhr, Mediathek 79211 Denzlingen;
Hauptstr. 134, 'Tandemlesung' zusammen mit der Autorin Monika Götsch
18. Februar 2011, 19.00 Uhr, Galerie Melnikow,
Theaterstr. 11, 69118 Heidelberg
11. Mai 2011, 19.3o Uhr, Traumahilfezentrum (THZM); Horremannstr.8, München, Veranstalter: C.G.Jung-Institut und -Gesellschaft München
10. Juli 2011, 19 Uhr, Altes Feuerwehrhaus, 57250 Netphen, St. Petersplatz
Veranstalter / Info: Kulturforum Netphen, Tel. 02738-603111
Elas unfertiges Erinnern
(Auszug)
Seit der Jahresmitte 1965 bis in den späten Herbst 1971 lebte Anna in einem der hoch ummauerten, alten Häuser, das Inga kurz nach der Jahreswende 1971 einmal betreten hatte. Von weitem hätte man meinen können, sich auf dem geraden, ebenen, beinah unendlichen Weg durch die ausgedehnt flachen, die winterlich leeren Felder nur einem runden Wäldchen zu nähern, das zu roden vor langer Zeit niemandem in den Sinn gekommen war. Die ausgreifenden, dichten Kronen seiner Bäume gaben erst kurz vor dem Ende des Weges den Blick auf Gemäuer frei, als man aus der frostigen Helle der offenen Ebene bereits den Fuss in das schattige Dunkel setzte, auf das man so lange allein sich zubewegt hatte. Im ersten Hause gleich rechts war Inga damals die schäbige Holztreppe zu einem oberen Stockwerk hinaufgestiegen, wo eine Tür aufgeschlossen und sie hineingelassen wurde in einen möbellosen, saalgroßen, ärmlichen Raum; leer bis auf einige schweigsame Frauen, die unverbunden, figurenähnlich für sich, vielleicht eher außer sich an Wänden und Fensterbänken entlang oder wie zusammenhanglose Inseln mitten im Raum gestanden waren.
Vielleicht aber war dieser Raum, in dem sich auch ihre Mutter befand, vielleicht war er vollgestellt gewesen mit schloss- und schubladenlosen Möbelstücken, die Inga einfach nicht wahrgenommen hatte. Vielleicht hatten wunderschöne Bilder aus der jenseitigen Welt, der weiten, nie mehr erreichbaren Welt jenseits des Wäldchens zur Ermunterung die kahlen Wände geschmückt. Vielleicht hatten üppige Pflanzenkübel und bunte Blumensträuße auf den (nach Inga nicht) vorhandenen Tischen gestanden. Vielleicht hatte nur sie selbst sich wie schlafwandlerisch, wie in einer von Natur aus alles andere ausschließenden Trance auf ihr Ziel hinbewegt. In diesem Ton von Verlorenheit ohne Trost und Ziel hatte sie alsbald Anna gegenübergesessen, mit frierenden, nasskalten Gliedern und unter den anscheinend unbeteiligten Augen anderer.
..........
Aber obgleich ihre Mutter sofort in ihre tiefen Träume eingegangen war damals, musste Inga sich weinend eingestehen, dass sie schon bald nach dieser einzigen Begegnung nicht in der Lage gewesen wäre, Annas Gesicht inmitten einer grösseren Menge von Unbekannten wiederzuerkennen.
Stimmen zum Buch:
So wie die Autorin Erlebtes beschreibt, kann ich gut nachvollziehen, dass Schreiben vielleicht die einzige Möglichkeit ist, um Klarheit in ein Chaos zu bekommen. Es ist ihr sehr gut gelungen, diese Verwirrtheit und den Kampf um Klärung auszudrücken. Es ist beeindruckend und lässt die Tragweite des Kriegsgeschehens mit all seinen Verflechtungen erspüren.
Dr. Elke Metzner
Die Lektüre blieb durchgehend faszinierend und unglaublich anregend. Und zwar sind mir viele Details meiner Kindheit (die ja nach dem Krieg liegt) eingefallen, auch Atmosphärisches war wieder da - Dinge, die ich niemals aktiv hätte erinnern können. Das spricht für die innerlich öffnende Qualität dieses Textes. Die kunstvolle, ja künstliche Sprache, die das Erstaunen angesichts der fremden (und destruktiven) Welt der Erwachsenen zum Ausdruck bringt, empfinde ich als ausgesprochen gelungen, ... eine "irreale Distanz" zum doch Realen, die eine starke Wirkung auf mich ausübt.
Thomas Krüger
"Elas unfertiges Erinnern" ist ein literarischer Beitrag im Rahmen der Arbeitsgruppe "Kriegskindheit" der DGAP. Diese Arbeitsgruppe ist dem Forschungsprojekt zur gleichen Thematik der Universität München (Prof. Ermann) angeschlossen.
Die Autorin ist Preisträgerin des Kurzgeschichten-Wettbewerbs 2010 der 'Stiftung Kreatives Alter'/CH.
Weitere, längere Texte von Erika Prümm:
Die Jungfrau Marleen
Kleine Studie zur archetypischen Individuation einer Vatertochter.
Ein weisses Steinchen will ich ihm geben
Tiefenpsychologische Studie zum Phänomen und Symbol des Steins in Träumen.
(Auszug)
Seit der Jahresmitte 1965 bis in den späten Herbst 1971 lebte Anna in einem der hoch ummauerten, alten Häuser, das Inga kurz nach der Jahreswende 1971 einmal betreten hatte. Von weitem hätte man meinen können, sich auf dem geraden, ebenen, beinah unendlichen Weg durch die ausgedehnt flachen, die winterlich leeren Felder nur einem runden Wäldchen zu nähern, das zu roden vor langer Zeit niemandem in den Sinn gekommen war. Die ausgreifenden, dichten Kronen seiner Bäume gaben erst kurz vor dem Ende des Weges den Blick auf Gemäuer frei, als man aus der frostigen Helle der offenen Ebene bereits den Fuss in das schattige Dunkel setzte, auf das man so lange allein sich zubewegt hatte. Im ersten Hause gleich rechts war Inga damals die schäbige Holztreppe zu einem oberen Stockwerk hinaufgestiegen, wo eine Tür aufgeschlossen und sie hineingelassen wurde in einen möbellosen, saalgroßen, ärmlichen Raum; leer bis auf einige schweigsame Frauen, die unverbunden, figurenähnlich für sich, vielleicht eher außer sich an Wänden und Fensterbänken entlang oder wie zusammenhanglose Inseln mitten im Raum gestanden waren.
Vielleicht aber war dieser Raum, in dem sich auch ihre Mutter befand, vielleicht war er vollgestellt gewesen mit schloss- und schubladenlosen Möbelstücken, die Inga einfach nicht wahrgenommen hatte. Vielleicht hatten wunderschöne Bilder aus der jenseitigen Welt, der weiten, nie mehr erreichbaren Welt jenseits des Wäldchens zur Ermunterung die kahlen Wände geschmückt. Vielleicht hatten üppige Pflanzenkübel und bunte Blumensträuße auf den (nach Inga nicht) vorhandenen Tischen gestanden. Vielleicht hatte nur sie selbst sich wie schlafwandlerisch, wie in einer von Natur aus alles andere ausschließenden Trance auf ihr Ziel hinbewegt. In diesem Ton von Verlorenheit ohne Trost und Ziel hatte sie alsbald Anna gegenübergesessen, mit frierenden, nasskalten Gliedern und unter den anscheinend unbeteiligten Augen anderer.
..........
Aber obgleich ihre Mutter sofort in ihre tiefen Träume eingegangen war damals, musste Inga sich weinend eingestehen, dass sie schon bald nach dieser einzigen Begegnung nicht in der Lage gewesen wäre, Annas Gesicht inmitten einer grösseren Menge von Unbekannten wiederzuerkennen.
Stimmen zum Buch:
So wie die Autorin Erlebtes beschreibt, kann ich gut nachvollziehen, dass Schreiben vielleicht die einzige Möglichkeit ist, um Klarheit in ein Chaos zu bekommen. Es ist ihr sehr gut gelungen, diese Verwirrtheit und den Kampf um Klärung auszudrücken. Es ist beeindruckend und lässt die Tragweite des Kriegsgeschehens mit all seinen Verflechtungen erspüren.
Dr. Elke Metzner
Die Lektüre blieb durchgehend faszinierend und unglaublich anregend. Und zwar sind mir viele Details meiner Kindheit (die ja nach dem Krieg liegt) eingefallen, auch Atmosphärisches war wieder da - Dinge, die ich niemals aktiv hätte erinnern können. Das spricht für die innerlich öffnende Qualität dieses Textes. Die kunstvolle, ja künstliche Sprache, die das Erstaunen angesichts der fremden (und destruktiven) Welt der Erwachsenen zum Ausdruck bringt, empfinde ich als ausgesprochen gelungen, ... eine "irreale Distanz" zum doch Realen, die eine starke Wirkung auf mich ausübt.
Thomas Krüger
"Elas unfertiges Erinnern" ist ein literarischer Beitrag im Rahmen der Arbeitsgruppe "Kriegskindheit" der DGAP. Diese Arbeitsgruppe ist dem Forschungsprojekt zur gleichen Thematik der Universität München (Prof. Ermann) angeschlossen.
Die Autorin ist Preisträgerin des Kurzgeschichten-Wettbewerbs 2010 der 'Stiftung Kreatives Alter'/CH.
Weitere, längere Texte von Erika Prümm:
Die Jungfrau Marleen
Kleine Studie zur archetypischen Individuation einer Vatertochter.
Ein weisses Steinchen will ich ihm geben
Tiefenpsychologische Studie zum Phänomen und Symbol des Steins in Träumen.